Färben / Feuchten / Waschen

Hätten Sie’s gewusst? – Der Offsetdruck, wie wir ihn heute kennen, geht zurück auf einen Spaziergang an einem Regentag im Jahre 1796. Damals fiel dem Deutschen Alois Senefelder am Wegesrand ein Stein auf, auf dem sich ein Blatt abgebildet hatte, und ihm kam die Idee zu einem völlig neuen, besonders randscharfen Druckverfahren: der Lithographie (griech. lithos = Stein, graphein = zeichnen, schreiben).

Senefelder machte sich das physikalisch-chemische Prinzip der gegenseitigen Abstoßung von Fett und Wasser zunutze: Von Haus aus Musiker, schrieb er mit fetthaltiger Tinte Noten auf eine flach geschliffene Steinplatte, die an diesen Stellen wasserabweisend wurde. Die so bebilderte „Druckplatte“ behandelte er mit einer verdünnten Säure, die die nicht beschrifteten Stellen wasserannehmend machte.

Der eigentliche Druckprozess bestand dann aus drei Arbeitsschritten:

1. Befeuchten der bebilderten und geätzten Oberfläche mit Wasser, das von den Bildstellen abgestoßen wurde und sich an den Nichtbildstellen sammelte

2. Einfärben mit fetthaltiger Druckfarbe, die vom Wasser auf den Nichtbildstellen abgestoßen wurde und sich an den Bildstellen sammelte

3. Drucken, bei dem ein Bogen Papier aufgelegt und die Druckfarbe durch kräftiges Anpressen übertragen wurde

Da druckende und nichtdruckende Stellen der Druckplatte in einer Ebene liegen, wird dieses Druckverfahren auch Flachdruck genannt. Und der Übertrag der Druckfarbe auf einen Zwischenträger – in der Regel ein Gummituch – macht den Flachdruck zum Offsetdruck (engl. to set off = absetzen, hier: übertragen).

Der MARKET-X unterstützt Sie bei allen drei Arbeitsschritten: Beim Feuchten sorgen Rotorwellen für so wenig – und so gleichmäßig – Wasser wie nötig, beim Färben stellen Farbmesser das Profil der zugeführten Druckfarbe ein, Abdeckbleche schützen die Farbzungenmechanik und bei teilbreiten Produktionen entfernen Farbrakel seitlich verriebene Druckfarbe – übrigens: mit Waschbürsten bekommen Sie das Gummituch, mit Waschrakeln den Walzenstuhl wieder sauber – und fürs Drucken gibt es Gummitücher, Gummituchplatten (Metal Back Blankets, kurz: MBBs), Sleeves und Unterlagefolien.